Erfolg von Viagra hängt womöglich von Genen ab

Essen (AP) Erfolg und Misserfolg der Viagra-Therapie gegen Impotenz hängen möglicherweise von den Genen des Patienten ab. Darauf deuten Ergebnisse einer Studie am Essener Universitätsklinikum hin. Die Wissenschaftler hatten an 113 Männern mit so genannter erektiler Dysfunktion überprüft, inwieweit der Status des Gens GNB3 die Wirkung der Potenzpille beeinflusst. GNB3 spielt eine wichtige Rolle bei der Signalübertragung in Zellen und kann in drei verschiedenen Formen vorliegen, die mit den Abkürzungen TT, TC und CC gekennzeichnet werden.

Die Mediziner der Urologischen Klinik stellten fest, dass 91 Prozent der TT-Träger von der Viagra-Therapie profitierten, aber nur 50 Prozent der TC- und CC-Träger. »Das ist ein für die Therapie der erektilen Dysfunktion möglicherweise sehr wichtiger Befund«, sagte der Klinikdirektor Herbert Rübben. Auch für die Frage nach den Nebenwirkungen der Potenzpille könnte die Studie von großer Bedeutung sein. Zwar gilt Viagra allgemein als relativ sichereres Medikament, dennoch werden immer wieder Zusammenhänge zwischen der Einnahme der Potenzpille und ungeklärten Todesfällen vermutet.

»Unter der Therapie mit Viagra kommt es zu einem Blutdruckabfall und zu einem Anstieg der Herzfrequenz«, betonte der Pharmakologe Winfried Siffert. Sei dieser Effekt zu stark, könne es zu schwerwiegenden Kreislaufproblemen kommen. Die Experten vermuten, dass besonders starke Trägern des GNB3-Gens vom Typ TT davon betroffen sein könnten. Siffert forderte daher, die möglicherweise genabhängigen Nebenwirkungen von Viagra und den neuen Potenzmitteln Levitra und Cialis genauer zu untersuchen. Die beiden Mediziner könnten sich vorstellen, Patienten künftig vor der Verschreibung solcher Medikamente per Gentest auf ihr individuelles Risiko hin zu überprüfen.

(Redaktionen: Weitere Informationen erhalten Sie von Prof. Dr. Winfried Siffert, Tel: 0201/723-3460; E-Mail: winfried.siffert(at)uni-essen.de und Prof. Dr. Herbert Rübben, Tel: 0201/723-3210, E-Mail: herbert.ruebben(at)uni-essen.de)

Ende..

AP/fh/