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Brandursache im “Phantasialand” weiter u

May 2, 2001

Brandursache im »Phantasialand« weiter unklar

- Zweite Zusammenfassung (Bilder:BRH101;BRH102)

Utl: Freizeitpark will Mitte nächster Woche wieder öffnen - Keine

Hinweise auf Brandstiftung - Ein Toter im Freizeitpark »Fort Fun«

Brühl (AP) Einen Tag nach dem verheerenden Brand im Freizeitpark »Phantasialand« im rheinischen Brühl hat die Polizei am Mittwoch nach der Ursache geforscht. Hinweise auf Fremdverschulden oder Brandstiftung lagen nicht vor, wie ein Polizeisprecher in Bergheim sagte. Die Betreiber des Vergnügungsparks vermuteten einen Kabelbrand als Auslöser des Feuers, das rund 30 Millionen Mark Sachschaden verursachte. Die Zahl der Opfer, die bei dem Brand am Dienstag leicht verletzt wurden, hat sich inzwischen um neun auf 63 erhöht.

Unterdessen starb im sauerländischen Freizeitpark »Fort Fun« ein 45-jähriger Mann, als er aus dem Waggon einer Achterbahn geschleudert wurde. Um 11.20 Uhr sei der Mann aus der »Marienkäferbahn« - einer hauptsächlich für Kinder bestimmten Achterbahn geschleudert worden und zu Boden gestürzt. Derzeit stehe noch nicht fest, wie der Unfall passieren konnte, sagte ein Sprecher der Polizei in Enschede. Die Sicherheitsbügel der Bahn seien festgestellt gewesen.

Die Ermittlungen in Brühl wurden vor allem dadurch erschwert, dass die Brandsachverständigen das völlig verkohlte Gerippe der ausgebrannten Achterbahn erst am frühen Abend begehen konnten. Zuvor hatte akute Einsturzgefahr bestanden. Brandschutzexperten suchen nun nach dem Ursprung für den Brand, bei dem nach Betreiberangaben ein Sachschaden in Höhe von rund 30 Millionen Mark entstanden ist. »Phantasialand« will nach eigenen Angaben Mitte nächster Woche wieder die Tore für Besucher öffnen. Wegen des Ausfalls von drei Attraktionen solle es geringere Eintrittspreise geben, erklärte ein Sprecher.

Zwtl: Opfer sollen möglicherweise Entschädigung erhalten

Marketing-Expertin Birgit Harpke kündigte bei einer Begehung des Unglücksortes am Mittwoch an, die Unfall-Opfer in irgendeiner Weise zu entschädigen. Das Unternehmen sei mit allen Verletzten in Kontakt, sagte die Sprecherin.

Bei dem Einsatz am »Tag der Arbeit« waren nach den Worten des Einsatzleiters der Feuerwehr, Peter Siebert insgesamt 159 Ärzte und Rettungssanitäter sowie 265 Feuerwehrleute beteiligt. Nach Angaben des Landeskriminalamtes in Düsseldorf muss nach dem Feuer auch das Brandschutz-Konzept des Vergnügungsparks überprüft werden. Kölns Regierungspräsident Jürgen Roters, sagte im ZDF-Morgenmagazin, Verstöße gegen Brandschutz- oder Sicherheitsbestimmungen seien bis jetzt nicht festgestellt worden. Er forderte eine Verbesserung des bestehenden Brandschutzes; außerdem müsse überlegt werden, die Vorschriften zu verschärfen. Denn trotz aller bestandenen Überprüfungen sei die Achterbahn in Brand geraten, sagte er.

Vor fünf Jahren hatte schon einmal eine Achterbahn in Brühl gebrannt. Bei dem damaligen Unglück waren fünf Menschen leicht verletzt worden. Der Vergnügungspark »Phantasialand« ist einer der größten Freizeitparks in Europa. In dem 1967 gegründeten Park mit insgesamt 21 Attraktionen sind rund 1.000 Menschen beschäftigt. Im vergangenen Jahr wurden knapp zwei Millionen Besucher auf dem Gelände gezählt.

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AP/at/tz

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