Gesundheit und Service

Schonende Untersuchung im Körperinnern

Utl: Auf Gewebeproben kann künftig womöglich verzichtet

werden

Itzehoe/Tübingen (AP) Auf die Entnahme von Gewebeproben zur genauen Diagnose von Krankheiten kann künftig möglicherweise weitgehend verzichtet werden. Wissenschaftler der Fraunhofer Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung in Itzehoe und der Universität Tübingen haben ein so genanntes Laserscanmikroskop entwickelt, mit dem im Körper hochauflösende und kontraststarke Bilder aufgenommen werden können. Das Mikroskop ist nicht größer als ein Füllfederhalter und lässt sich den Experten zufolge in einem Endoskop einbauen.

Der Vorteil im Vergleich zu den Gewebeproben liege bei der Laserscantechnik im Zeitgewinn, sagte der Itzehoer Physiker Ulrich Hofmann. Bis die Ergebnisse von Gewebeproben vorlägen, könne ein Tag vergehen. Bei dem Laserscanmikroskop könnten Mediziner sofort mit der Auswertung der Bilder beginnen. Außerdem setze sich der Patient mit der Technik keine kleinen Verletzungen aus, wie das bei einer Gewebeentnahme der Fall sei. »Denkbar ist auch der Einsatz bei einer Tumoroperation«, sagte der Physiker Joachim Knittel von der Uni Tübingen. Mit dem Mikroskop könne überprüft werden, ob alle Tumorzellen entfernt worden seien.

Die Bilder könnten auf einem Computer abgespeichert werden und seien jederzeit wieder abrufbar. Verwacklungen würden vermieden, indem das Gerät auf das sich bewegende Körpergewebe aufgesetzt werde. Derzeit untersuchen die Wissenschaftler noch die genauen Möglichkeiten eines Einsatzes im klinischen Bereich. »Wir gehen davon aus, dass durch die mögliche kostengünstige Massenfertigung dieses diagnostische Hilfsmittel auch für kleinere Krankenhäuser und Arztpraxen erschwinglich ist und so möglichst vielen Patienten zu Gute kommt«, sagte Hofmann.

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AP/str/fh/