Entwarnung nach neuem Lassa-Todesfall - Tagesmeldung

(durchgehend neu, Zahl der getesteten Proben niedriger)

Utl: Patient hat offenbar niemanden angesteckt -

Krankenschwester aus Klinik entlassen

Wiesbaden (AP) Entwarnung nach dem jüngsten Lassa-Todesfall: Wie Gesundheitsbehörden und Ärzte am Donnerstag in Wiesbaden erklärten, hat der 57-jährige Nigerianer, der am vergangenen Samstag in der städtischen Horst-Schmidt-Klinik (HSK) an den Folgen der gefürchteten Tropenkrankheit starb, offenbar niemanden angesteckt. Blutproben von 16 (richtig) Mitarbeitern der Klinik seien ausnahmslos negativ gewesen. Unter den 16 getesteten Personen seien alle elf Mitarbeiter gewesen, die engen Kontakt mit dem Verstorbenen gehabt hätten.

Eine Krankenschwester der HSK, die in den vergangenen Tagen vorsorglich stationär behandelt worden war, wurde am Donnerstag aus der Klinik entlassen. »Ich bin froh und dankbar, dass wir dieses Ergebnis haben«, sagte HSK-Geschäftsführer Holger Strehlau-Schwoll. Der Leiter des personalärztlichen Dienstes, Thomas Weber, sagte, unter den Mitarbeitern des Krankenhauses habe es eine große Nervosität gegeben.

Vor allem auf Wunsch der Betroffenen seien Blutproben von weiteren 16 Mitarbeitern zum Hamburger Institut für Tropenmedizin gesandt worden. Das Ergebnis dieser 16 Proben stehe noch aus: »Wir haben aber keine Sorge, dass da eine Lassa-Infektion bestehen könnte.« Nach Angaben von Ärzten und Behördenvertretern hat sich die Zahl der Personen, die bekanntermaßen Kontakt mit dem Lassa-Patienten hatten, inzwischen auf 103 erhöht, darunter 90 Klinikmitarbeiter.

Weber betonte, die Beobachtung der Kontaktpersonen müsse vorerst fortgesetzt werden. Da die Inkubationszeit sich auf bis zu 21 Tage belaufen könne, sei erst am 22. April mit einer vollständigen Entwarnung zu rechnen. Sollte bei einem der Kontaktpersonen Fieber oder eine Erhöhung der Leberwerte zu beobachten sein, werde die Betreuung intensiviert. Die Bevölkerung sei insgesamt nicht gefährdet, da Lassa sich nur durch intensiven Körperkontakt übertrage.

Die Erkrankung des 57-jährigen Nigerianers war zunächst nicht erkannt worden, weil der Patient nicht die typischen Symptome wie schwere Blutungen aufgewiesen hatte. Eine Untersuchung des Toten ergab dann, dass sich das Virus im Gehirn festgesetzt hatte. Der behandelnde Arzt, Professor Boye Weisner, sagte, der Patient sei offenbar bereits Mitte März mit Fieber und Durchfall in ein Krankenhaus in Nordnigeria eingeliefert worden, später aber nach Abuja im Süden des Landes verlegt worden. Bislang sei es nicht gelungen, das Krankenhaus in Nordnigeria zu informieren.

Der Leichnam des Mannes wurde am Mittwoch zur Bestattung nach Nigeria übergeführt. Die dortigen Behörden seien darauf hingewiesen worden, den verschweißten Sarg auf keinen Fall zu öffnen, hieß es im Wiesbadener Sozialministerium.

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AP/kn,rj/rz/