Polizei reduziert Suche nach vermisster Neunjähriger

Eschweiler (AP) Die Polizei hat die Suche nach der vermissten neunjährigen Sonja nach fast einer Woche am Freitag zurückgefahren. Es seien nur noch 150 Beamte eingesetzt statt wie seit Montag bis zu 500, sagte ein Polizeisprecher in Aachen. In Eschweiler gedachten rund 900 Mitschüler in einem Gottesdienst des ermordeten elfjährigen Tom, des Bruders von Sonja, der am Sonntag zusammen mit dieser verschwunden war. Vom Mörder Toms haben die Ermittler nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch keine weiter führende Spur.

»Wir geben noch nicht auf«, betonte Polizeisprecher Jürgen Robens. Die Suche nach Sonja gehe weiter. Am Freitag sollten noch zwei Talsperren in der Eifel überprüft werden. Allerdings könne die Aktion nicht unbegrenzt ausgeweitet werden, zumal es bisher keinerlei Hinweise auf den Verbleib des verschwundenen Kindes gebe. Deshalb könnten nicht mehr wie in den vergangenen Tagen 500 Beamte für die Suche eingesetzt werden. »Die Kräfte werden woanders gebraucht«, sagte Robens.

Am Freitag würden noch Restareale abgesucht, erklärte der Sprecher. Am Wochenende werde man den Einsatz modifizieren müssen. Wenn das Kind tatsächlich seit Sonntag irgendwo draußen sei, seien die Hoffnungen, die Neunjährige noch lebend zu finden, sehr gering. Aber die Polizei suche weiter. Da sie gar nicht wisse, wo das Mädchen sein könnte, könne auch nicht ausgeschlossen werden, dass es irgendwo festgehalten werde.

Die Kinder waren am Sonntag vom Spielen auf einem alten Zechengelände in Eschweiler nicht nach Hause gekommen. Am Montag hatte ein Spaziergänger die Leiche des Jungen auf einem Waldparkplatz zwölf Kilometer Luftlinie von der Zeche entfernt gefunden. Der Elfjährige wurde erwürgt.

Die Suche der Polizei wurde von zwei Aufklärungs-Tornados der Bundeswehr unterstützt, die am Dienstag von dem Gebiet südlich von Eschweiler Wärmebilder angefertigt hatten. Die insgesamt 42 auf diese Weise ermittelten Verdachtspunkte wurden seither von den Suchtrupps abgearbeitet, bis Freitag aber ohne Ergebnis. Tausende bis ins belgische Grenzgebiet hinein verteilter Flugblätter brachten zwar vermehrt Hinweise aus der Bevölkerung. Es gebe aber keinen neuen Ermittlungsstand, sagte der Sprecher der Aachener Staatsanwaltschaft, Robert Deller.

Mit einem Gedenkgottesdienst in der Peter-und-Paul-Kirche nahmen am Freitag die rund 900 Schülerinnen und Schüler des katholischen Privatgymnasiums Liebfrauenschule Abschied von ihrem Mitschüler Tom. Die Eltern des Ermordeten nahmen an dem Gottesdienst teil. Schüler stellten Kerzen auf.

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AP/sm/it/